Luftgewehr und Waffenschein: Was besagt das Gesetz?

Waffentgesetze

Luftgewehre werden zu den Druckluftwaffen gezählt, die frei verkäuflich sind, sofern ihre Geschossenergie unter 0,5 Joule liegt und die kaufende Person mindestens 18 Jahre alt ist. Für die Nutzung von Luftgewehren gelten jedoch bestimmte Gesetze, die es zu beachten gilt. Werden diese nicht eingehalten, kann es zu empfindlichen Strafen kommen. Aus diesem Grund sollten Besitzer von Luftgewehren oder Druckluftwaffen stets über die aktuelle Rechtslage informiert sein.

Brauche ich einen Waffenschein für mein Luftgewehr?

Ob für ein Luftgewehr ein Waffenschein benötigt wird, hängt davon ab, wie es verwendet wird.

Luftgewehr ohne Waffenschein: Ein Luftgewehr kann ohne Waffenschein genutzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass es nur in der eigenen Wohnung, in den eigenen Geschäftsräumen oder im eigenen befriedeten Besitztum verwendet wird. Es spricht zum Beispiel nichts gegen Schießübungen im eigenen Garten, jedoch muss der Besitzer darauf achten, dass die Geschosse nicht über das Grundstück hinausgelangen. Auch wer die Waffe von A nach B transportieren möchte, bedarf keiner Erlaubnis. Die Waffe darf jedoch nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit sein, d. h. sie muss in einer verschlossenen Box und getrennt von der Munition transportiert werden.

Luftgewehr mit großem Waffenschein: Der große Waffenschein ist nur für Waffen, die in der Öffentlichkeit geführt werden sollen, zwingend notwendig. Er wird zum Beispiel für Schusswaffen, Luftdruckwaffen, Federdruckwaffen oder CO2-Waffen benötigt. Inhaber des großen Waffenscheins dürfen diese Waffen zugriffs- und schussbereit am Körper tragen. Verboten ist jedoch das Führen auf Konzerten, Sportveranstaltungen, öffentlichen Veranstaltung und bei Zusammenkünften von Menschen.

Luftgewehre mit einer Geschossenergie von über 7,5 Joule sind erlaubnispflichtig. Für den Erwerb und den Besitz muss eine Waffenbesitzkarte vorliegen. Auch das Führen ohne Waffenschein ist in diesem Fall nicht erlaubt.

Kleiner Luftgewehr-Waffenschein – gibt es das?

Der kleine Waffenschein erlaubt gemäß § 10 Abs. 4 Satz 4 WaffG das Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen. Da Luftgewehre nicht unter diesen Paragraphen fallen, kann und muss für diese frei verkäuflichen Arten von Waffen kein kleiner Waffenschein ausgestellt werden.

Brauchen Sportschützen einen Luftgewehr-Waffenschein?

Sportschützen benötigen für ihr Luftgewehr keinen Waffenschein. Sie können an einem Schießstand auch ohne Waffenschein ihrem Hobby nachgehen. Für den Transport müssen sie jedoch die gesetzlichen Vorgaben beachten: Die Waffe muss in einer verschlossenen Box und getrennt von der Munition aufbewahrt werden. Sie darf also nicht zugriffs- und nicht schussbereit sein. Hantieren Sportschützen mit einer erlaubnispflichtigen Waffe, so müssen sie im Besitz einer Waffenbesitzkarte sein. Die Waffenbesitzkarte ist nicht identisch mit dem Waffenschein.

Großer Waffenschein für das Luftgewehr: Das sind die Voraussetzungen

Da der Umgang mit Waffen ein großes Verantwortungsbewusstsein erfordert, wird der große Waffenschein nur unter strengen Voraussetzungen und nur selten an Privatpersonen ausgegeben. Folgende Eigenschaften müssen hierfür nachgewiesen werden:

  • Volljährigkeit
  • einwandfreies Führungszeugnis
  • Zuverlässigkeit
  • persönliche Eignung
  • Nachweis der Sachkunde
  • kein Missbrauch von Drogen oder Alkohol

Personen, die erlaubnispflichtige Waffen bei sich führen, müssen stets ihren Personalausweis und die Waffenbesitzkarte vorzeigen können. Zu beachten ist außerdem, dass der große Waffenschein zwar das Führen einer Waffe erlaubt, jedoch nicht automatisch auch deren Besitz legitimiert.

Weitere Informationen zum Thema Luftgewehr und Waffenschein findest du beim deutschen Schützenbund. Wie du dein Luftgewehr richtig aufbewahren kannst, erfährst du in unserem Blog. Auch der lokale Schützenverein kann eine nützliche Quelle sein und verhilft dir zum sicheren und korrekten Umgang und Transport deines Luftgewehrs.

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